Gastbeitrag von Sven Lehmkuhl

Druck nehmen – Gelassenheit gewinnen

Es gibt immer mal wieder Situationen, in denen wir uns nicht so verhalten wie wir es uns wünschen und uns nachträglich darüber ärgern oder sogar dafür schämen. Vielleicht weil wir meinen, unseren eigenen Ansprüchen nicht zu genügen oder auch den Erwartungen anderer nicht gerecht zu werden. So oder so: Fehlende Anerkennung kann unser Selbstwertgefühl und unsere Selbstsicherheit stark beeinträchtigen.

Die Dosis macht den Unterschied: Eine ehrliche, kritische Selbstreflexion ist hilfreich, um aus persönlichen Erfahrungen nützliche Handlungsmöglichkeiten für die Zukunft zu generieren. Einseitig übertriebene Selbstkritik bremst dagegen das Selbstwachstum aus und erhöht die Stressbelastung.

Manche Menschen neigen dazu, sich selbst regelrecht auszulaugen, indem sie ihre „Fehler oder Schwächen“ in der schwierigen Situation immer und immer wieder in Gedanken durchleben statt sich mit ihrem Ressourcenaufbau für künftige Herausforderungen zu beschäftigen. Sie fahren Nonstop-Gedankenkarussel. 

Selbstwachstum bedarf der Annahme dessen, was ist, auch starker negativer bzw. schmerzlicher Gefühle. Und der Fähigkeit zur Selbstregulation dieser Gefühle, um in schwierigen Situationen eigene Ressourcen aktivieren und Kraft aus sich selbst schöpfen zu können.

Die folgende Übung dient dazu, eine freundlichere und verständnisvollere Haltung sich selbst gegenüber einzunehmen. Das hilft, sich selbst zu beruhigen und aus einer negativen in eine positive Gefühlslage zu kommen, die achtsames und flexibles Handeln ermöglicht. Das ist aktive Stärkenorientierung statt Selbstzerfleischung.

Übung: Dein Selbst-Mitgefühl-Mantra

  • Beispiel-Formulierung: Das ist jetzt gerade schwierig. Und es ist menschlich, es geht allen Menschen mal so. Ich kann jetzt freundlich und verständnisvoll mit mir umgehen. Ich darf Mitgefühl mit mir haben.
  • Eigene Formulierung: Finde Deine „Mantra“-Formulierung, die für Dich passt und Dich spürbar entlastet.
  • Schwierige Situation: Erinnere Dich an eine schwierige Situation. Versetze Dich in Deiner Vorstellung dorthin zurück.
  • „Mantra“-Anwendung: Spüre noch einmal in die Situation hinein und nutze jetzt Dein Selbst-Mitgefühl-Mantra, um mitfühlend mit dir selbst zu sein. Was ist jetzt anders? Was ändert sich bezogen auf Dein Gefühl, Dein Denken und Deine Handlungsmöglichkeiten?
  • Praxis-Erfahrungen sammeln: Wenn Du künftig mit schwierigen Situationen konfrontiert wirst – die Basis für Dein Selbstwachstum – nutze Deine Formulierung und prüfe einmal, ob Du folgende oder ähnliche Erfahrungen mit Deinem Selbst-Mitgefühl-Mantra machst:
    ⇒ Nimmt Druck
    ⇒ Gibt Gelassenheit
    ⇒ Löst Blockaden
     Stärkt das Vertrauen in die eigenen Ressourcen
    ⇒ Lässt Handlungsenergie fließen
    ⇒ Steigert das Selbstwertgefühl.

Die Übung stammt aus dem Kurs Positive Psychologie „Aufblühen statt Ausbrennen“ (© Inntal Institut, Daniela Blickhan).


Ich wünsche Dir viel Freude und Gelassenheit mit dieser Übung!

Wie hat Dir die Übung gefallen? Welche Erfahrungen hast Du gemacht? Schreibe Deinen Kommentar einfach unterhalb dieses Beitrags.


Sven Lehmkuhl
Coach für gesunde und agile Selbstführung, Am Fesenfeld 2, 28816 Stuhr

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