Gastbeitrag von Sven Lehmkuhl

Die Gegenwart genussvoll erleben

Stressbelastungen am Arbeitsplatz, ständige Erreichbarkeit und Informationsüberflutung sind nur einige der täglichen Begleiter vieler Menschen. Eine gewisse Spannung ist erforderlich, um produktiv zu sein. Doch irgendwann ist es genug. Dann kommt der unbändige Wunsch nach einer Zeitspanne der Ruhe auf. Wir sind urlaubsreif.

Es müssen ja gar nicht immer drei Wochen am Stück oder Reisen um den halben Globus sein. Erholungszeiten lassen sich auch in kürzeren und regelmäßigen Einheiten sehr wirksam nutzen.

Mini-Urlaube sind geplante Aktivitäten des bewussten Genießens. Wunschaktivitäten, die einfach guttun, Freude bereiten und sich in den Alltag integrieren lassen. Sie erhalten einen Platz auf der Todo-Liste, denn diese Zeit ist kostbar. Die Stunde mit mir selbst (SMMS) oder auch mit anderen Menschen. Diese investierte Zeit ist kostbar, denn die Aktivitäten erzeugen positive Gefühle und steigern die Lebensqualität.

Barbara Fredrickson, eine Pionierin auf dem Gebiet der Positiven Psychologie als Wissenschaft, erforschte die „Nebenwirkungen“ positiver Gefühle:

1. Unsere Aufmerksamkeit weitet sich. Positive Wirkungen sind z.B.:

  • höhere Konzentrationsfähigkeit
  • bessere Informationsverarbeitung und geringere Stressbelastung
  • bessere Wahrnehmung von Lösungsmöglichkeiten.

2. Es werden Ressourcen aufgebaut, die z.B. unsere Veränderungsmotivation und psychische Widerstandskraft steigern sowie Beziehungen festigen.

Hast Du Deine Mini-Urlaube schon geplant? Vielleicht brauchst Du noch ein paar Ideen? Dann mache einfach folgende Übung und lass Dich überraschen, welche Fülle an geeigneten Aktivitäten zusammenkommen wird. Mich hatte es jedenfalls bei meiner ersten Ideensammlung richtig verblüfft.


Übung: Mini-Urlaube

1. Notiere auf einer Liste Aktivitäten, die Du gerne tust, ob alleine, mit deiner Familie oder mit Freunden. Ob in der Natur oder in gemütlicher Umgebung. Schränke Dich nicht ein. Schreibe alles auf, was Dir spontan einfällt. Mindestens 20 bis 30 Aktivitäten.

2. Falls hilfreich, gruppiere die notierten Aktivitäten und ordne sie passenden Überschriften zu. Hebe dann die Aktivitäten hervor, z.B. mit Sternchen, die Dir besonders genussvoll erscheinen.

3. Je nach Anzahl Deiner hervorgehobenen Wunschaktivitäten, plane jetzt etwa 3 Mini-Urlaube pro Woche in Deine Todo-Liste bzw. Deinen Wochenkalender ein. Das ist nur ein Orientierungswert, vielleicht magst Du auch täglich einen Mini-Urlaub einplanen. Folge Deinem Herzen. Dein Gefühl entscheidet.

4. Wichtig ist: Tue es! Bleibe im Hier und Jetzt und genieße bewusst. Das geht nicht, wenn man in Gedanken schon wieder bei der nächsten Aufgabe ist. Auch das bewusste Genießen braucht Übung. Achtsamkeit als innere Haltung braucht Übung. Das Üben lohnt sich für Dich. Es bringt Dir mehr Lebensqualität.

5. Rückblick und Ausblick: Schaue auf Deine Mini-Urlaube zurück bevor Du neue planst. Was hat Dir besonders gutgetan? Was möchtest Du beibehalten? So kannst Du in schönen Erinnerungen schwelgen, die Gegenwart genussvoll erleben und der Zukunft mit großer Vorfreude begegnen.

Ich wünsche Dir viel Freude mit dieser Übung!

Was sind Deine Lieblings-Mini-Urlaube?

Teile sie mit uns, indem Du sie unten in das Kommentarfeld schreibst. Ich werde Dir antworten und einige meiner Mini-Urlaube „enthüllen“. Daraus können dann tolle neue Ideen für Mini-Urlaube und bewusstes Genießen resultieren.


Sven Lehmkuhl

Coach für gesunde und agile Selbstführung, Am Fesenfeld 2, 28816 Stuhr

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