„Das geht UNTER die Haut“

Gerade in der Sommer- und Urlaubszeit komme ich mir manchmal wie eine Außenseiterin vor – überall wo ich hinschaue, „schmücken“ Tattoos den mehr oder weniger gut geformten Körper von Frauen und Männern aller Altersgruppen. Laut der aktuellen Studie der Universität Leipzig hält dieser Trend seit den 1990er Jahren ununterbrochen an, jeder fünfte Deutsche ist bereits tätowiert und sogar jede zweite Frau zwischen 25 und 34 Jahren.

Doch Tätowierungen können verschiedene unerwünschte, gesundheitliche Folgen haben. Wie auch andere offene Wunden infiziert sich frisch tätowierte Haut gelegentlich durch mangelnde Hygiene oder verunreinigte Farben mit Bakterien, Viren oder Pilzen. Daneben können die Inhaltsstoffe der Tätowiermittel im Körper gesundheitlich unerwünschte Reaktionen auslösen wie zum Beispiel Allergien und weitere Beschwerden. Eine mögliche krebserzeugende Wirkung von bestimmten Substanzen wird zudem diskutiert.

Darüber hinaus können UV- oder Laserstrahlen die gesundheitliche Wirkung der Pigmente verändern. Sowohl Sonnenbaden als auch Tattoo-Entfernung mittels Lasertechnik können deshalb für Tätowierte gesundheitlich riskant sein.

Aber was passiert mit den Pigmenten unter der Haut?
Die toxischen Elemente von Tätowierungen bleiben nicht lokal auf die Haut beschränkt, sondern reichern sich in den nahe liegenden Lymphknoten an und sind so in der Lage, sich im ganzen Körper über das Lymphsystem zu verteilen. Insbesondere die kleinen Partikel in Nanogröße sind sehr beweglich.

Die Unsicherheit bezüglich noch nicht erkannter Risiken scheint groß zu sein. Aussagekräftige Langzeitstudien gibt es bisher nicht.

Entscheidend aus meiner Sicht ist daher eine gezielte Aufklärung, denn es sollte jedem Verbraucher klar sein, dass mit Tätowierungen ein nicht unerhebliches gesundheitliches Risiko verknüpft ist, das man freiwillig eingeht.

Quelle: Das Wissenschaftsmagazin des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Ausgabe 1/2018.

Diesen Inhalt teilen: