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Gastbeitrag von Sven Lehmkuhl

Kraftquellen für körperliche und seelische Gesundheit

Ressourcen sind kurz gesagt alles, was von einer bestimmten Person in einer bestimmten Situation wertgeschätzt und als hilfreich erlebt wird. Noch kürzer, Ressourcen sind individuelle Kraftquellen, die körperlich und seelisch guttun. Sie erzeugen einfach gute Gefühle.

Wir brauchen Ressourcen für die Bewältigung herausfordernder Situationen und für den gesunden Umgang mit Stress. Denn Dauerstress gehört für viele Menschen zum Alltag und ist die Hauptquelle für gesundheitliche Probleme.

Deshalb sind Ressourcen, genauer die Aktivierung individueller Ressourcen, so wertvoll für unser Wohlbefinden und unsere körperliche und seelische Gesundheit.

Ist also alles Hilfreiche eine Ressource?

Die gesundheitliche Wirkung von Ressourcen ist ein wichtiges Kriterium. Ein „Gläschen“ Alkohol am Abend mag nach einem stressigen Arbeitstag zum „Runterfahren“ beitragen, leistet aber keinen Beitrag für die Erhaltung oder Förderung der Gesundheit und ist daher keine Ressource.

Ein Spaziergang oder andere Formen der Bewegung wie z.B. Yoga sind für die Gesundheit hilfreicher, um mal ein paar Beispiele für äußere Ressourcen zu nennen. Die Entscheidungsfreude oder gesundheitsfördernde Haltung, die dazu führt, dies auch zu tun, kommt von innen heraus.

Die Aktivierung von Ressourcen, also das bewusste Erleben der Ressource im Alltag, stärkt die körperliche und seelische Gesundheit.

Manchmal ist der vielzitierte innere Schweinehund gar nicht unser „Verhinderer“, sondern eine wertvolle Ressource dergestalt, einfach mal auf dem Sofa zu entspannen, auch wenn die Sonne scheint. Hast du dann ein „schlechtes Gewissen“ oder gönnst du dir solche Momente der Ruhe?

Ist es ein Akt des Genießens oder ein Fall von „Aufschieberitis“? Was eine Person wirklich als hilfreiche, gesundheitsfördernde Ressource erlebt, hängt von ihrer individuellen Bewertung ab.

Was sind deine Erfahrungen? Schreibe sie gerne unten in das Kommentarfeld.


Beispiele für innere und äußere Ressourcen

Ressourcen sind vielfältig, individuell und haben innere und äußere Bezugspunkte. Dazu gehören bedeutsame eigene Erfahrungen und besondere Umstände und Begebenheiten aus der eigenen Umgebung, die zur Erfüllung grundlegender Bedürfnisse (körperlich und psychisch) beitragen.

Zu den inneren Ressourcen zählen z.B.: Fähigkeiten, Eigenschaften wie z.B. geduldig, humorvoll, ausgeglichen, offen, fokussiert sein, jegliche Interessen in den Bereichen Freizeit, Kultur, Gesellschaft, Natur usw., fundiertes Wissen und vor allem positive Lebenseinstellungen.

Zu den äußeren Ressourcen zählen z.B.: Waldspaziergänge, Erholungspausen, Freizeitaktivitäten wie z.B. Theaterbesuche, gute Versorgungsmöglichkeiten (Geschäfte, Schulen, Kitas, Ärzte, Heilpraktiker), berufliche Perspektiven, finanzielle Sicherheit, Familie, zuverlässige Freunde, Kollegen, Mentoren, Coaching.


Ressourcen erkennen

Viele Menschen tun sich im Alltag schwer damit, punktgenau in herausfordernden, stressigen Situationen ihre Ressourcen zu aktivieren. Der Blick bzw. Zugriff auf die Ressourcen ist verstellt. Im Alltagsstress ist der Fokus stärker auf Bewältigung unterschiedlicher Herausforderungen und Anstrengungen gerichtet. Die Selbstfürsorge bleibt auf der Strecke.

Coachings und Trainings zur Ressourcenaktivierung setzen genau dort an und schaffen Möglichkeiten, einen Zugang zu inneren Ressourcen zu erlangen und die Selbstwahrnehmung zu verbessern. Um dann den Blick mehr auf angenehme Erfahrungen zu lenken, gut für sich zu sorgen und in gutem Beziehungskontakt zu sein.

Daher ist das Erkennen von Ressourcen erst einmal ein wichtiger Schritt vorab. Bevor die Ressourcenaktivierung als selbstfürsorgliche Haltung im Alltag gelingt.

Die folgende Übung ist ein erster Schritt und dient der Sensibilisierung für positive Momente. Weitere Übungen folgen dann in den kommenden Newsletter-Ausgaben und im Vital-Blog.

 

Übung: Eine Handvoll Ressourcen

Quelle: Miriam Deubner-Böhme, Uta Deppe-Schmitz, Coaching mit Ressourcenaktivierung

1. Mache dir bewusst, was du in den vergangenen 60 Minuten gemacht hast. Schreibe es jetzt auf.

2. Welche angenehmen, positiven Momente hast du erlebt? Welche positiven Gefühle waren in diesen Momenten da? Sammle mindestens für jeden Finger deiner dominanten Hand einen positiven Ressourcen-Moment. Schreibe jetzt auf: Angenehm war …

3. Welche Erkenntnisse hast du gewonnen?

Tipp: Führe diese Ressourcen-Übung gerade zu Beginn mehrfach täglich durch, um eine Ressourcen-Dynamik in Gang zu setzen.

Ich wünsche dir viel Spaß und viele positive Momente bei dieser Übung. Sie lässt sich auch hervorragend kombinieren mit den Übungen „Die Hausapotheke der Herzensgefühle“ und „Mini-Urlaube“.

Schreibe deine Erfahrungen gerne in das Kommentarfeld. Womöglich springt der positive Funken über und andere Leser haben dann auch einen Nutzen davon.


Sven Lehmkuhl

Coach für gesunde und agile Selbstführung, Am Fesenfeld 2, 28816 Stuhr

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