Bild von Mabel Amber, still incognito… auf Pixabay

Gastbeitrag von Sven Lehmkuhl

Angenehmes im Hier und Jetzt erkennen

Die im Blog-Beitrag Impulse für eine Handvoll Ressourcen vorgestellte Übung diente der Sensibilisierung für Angenehmes im Alltag. Dies geschah durch Rückblick auf die vergangenen 60 Minuten und Sammeln positiver Momente. Also eine nachträgliche Bewusstmachung angenehmer Momente und Gefühle. Ein wichtiger Schritt, um den Blick für die eigenen Ressourcen als individuelle Kraftquellen im Alltag zu schärfen.

In diesem Beitrag geht es jetzt um Sensibilisierung für das direkte, also bewusste Erleben angenehmer Momente im Alltag. Und um die differenzierte Selbstwahrnehmung, den guten Kontakt zu unseren Körpersignalen. Das bewusste Erleben positiver Gefühle in solchen Ressourcenmomenten wird intensiver und auch selbst aktivierbar, wenn wir uns näher mit unseren „Herzensgefühlen“ beschäftigen. Eine lohnenswerte Investition in unsere Gesundheit.

Die Aktivierung von Ressourcen, also das bewusste Erleben der Ressource im Alltag, stärkt die körperliche und seelische Gesundheit.  


Gefühle differenziert wahrnehmen

Der Blick durch unsere „Ressourcen-Brille“ ist ein achtsamer Blick und hilft uns, die für unser Wohlbefinden zentralen positiven Gefühle differenzierter wahrzunehmen und intensiver zu erleben.

Statt unsere Gefühle grob in „gut“ oder „schlecht“ einzuteilen, geht es jetzt darum, die mit unseren Ressourcenmomenten verbundenen positiven Gefühle (kognitiv) genauer zu bestimmen. Denn dann haben wir es selbst in der Hand, unsere Ressourcenmomente zu kreieren, wenn wir sie brauchen. Zum Beispiel um besser mit Stress-Situationen am Arbeitsplatz umgehen zu können oder einfach um Momente des Krafttankens zu schaffen.

Der Hauptgedanke: Angenehmes im Moment kann allzu häufig gar nicht bewusst wahrgenommen werden, weil es von anhaltenden negativen Erlebnissen wie z.B. Stressempfinden, Konflikten und damit verbundenen negativen Gefühlen geradezu überschattet wird. Selbst-Achtsamkeit, um bewusstes Wahrnehmen und intensives Erleben positiver Gefühle zu fördern, gewinnt daher für unser Wohlbefinden mehr und mehr an Bedeutung. 

Zu den zentralen positiven Gefühlen für unser Wohlbefinden zählen zum Beispiel:

  • Freude
  • Dankbarkeit
  • Heiterkeit
  • Interesse
  • Wertschätzung
  • Zuversicht
  • Liebe und auch
  • Stolz. 

 

Übung: Die Ressourcen-Brille

Quelle: Miriam Deubner-Böhme, Uta Deppe-Schmitz, Coaching mit Ressourcenaktivierung

1. Richte nun für die nächsten 10 Minuten deine Aufmerksamkeit auf dein aktuelles Erleben. Stelle dir vor, du setzt dir eine Brille auf – deine Ressourcen-Brille. Betrachte deine Umgebung genau. Lasse jetzt Unangenehmes unbeachtet und konzentriere dich allein auf Angenehmes und Schönes:

Was gefällt dir im Moment? Womit fühlst du dich gerade wohl? Welches positive Gefühl stellt sich damit ein?

Schreibe jetzt auf: Ich setze meine Ressourcen-Brille auf und sehe …, fühle …, bin …

2. Welche Erkenntnisse hast du gewonnen? Schreibe sie jetzt auf …

Tipp: Wiederhole diese Ressourcen-Übung so oft du magst und wo immer du auch gerade bist, zu Hause, im Büro, beim Spaziergang, im Wartezimmer, beim Sport und anderen Aktivitäten. Oft haben bereits vermeintlich kleine Alltagserlebnisse wie Kaffeeduft in der Nase oder Sonnenstrahlen im Gesicht das Potenzial, Herzensgefühle zu aktivieren.

Ich wünsche dir viel Freude bei dieser Übung und Achtsamkeit für das bewusste Erleben angenehmer Momente in deinem Alltag.

Ein weiterer Herzenstipp: Kombiniere doch einmal diese Übung mit „Die Hausapotheke der Herzensgefühle“.

Schreibe deine Erfahrungen gerne in das Kommentarfeld. Ich freue mich auf dein Feedback.


Sven Lehmkuhl

Coach für gesunde und agile Selbstführung, Am Fesenfeld 2, 28816 Stuhr

Diesen Inhalt teilen: