Bild von Mario Hofer auf Pixabay

Gastbeitrag von Sven Lehmkuhl

Ressourcen aktivieren im Körper

In den beiden vorherigen Beiträgen ging es um den wichtigen ersten Schritt zur Sensibilisierung für Angenehmes im Alltag:

  • Durch den Rückblick auf die vergangenen 60 Minuten und das Sammeln positiver Momente für eine Handvoll Ressourcen
  • Durch den achtsamen Blick unserer Ressourcen-Brille für das bewusste Erleben angenehmer Momente im Hier & Jetzt. 

Die individuellen Kraftquellen zu erschließen erfolgte hier zunächst über den Blick nach außen, um dann über den Kontakt zu den eigenen Körpersignalen wahrzunehmen, was genau das Erleben positiver Gefühle fördert. Die Bewusstmachung angenehmer Momente im Alltag, die oftmals in den kleinen Dingen um uns herum darauf warten, von uns achtsam wahrgenommen zu werden.

In diesem Beitrag geht es jetzt um das bewusste Hineinspüren in den gesamten Körper, um die Körperwahrnehmung zu schärfen und den achtsamen und ressourcevollen Umgang mit dem eigenen Körper zu trainieren. Die Übung weiter unten hilft dir dabei.

Noch einmal zur Verinnerlichung: Aktivierung und bewusstes Erleben der Ressource im Alltag stärkt die körperliche und seelische Gesundheit.


Den Körper im Alltag wahrnehmen

Wahrscheinlich kennst du es selbst, im Alltag mit vielen Dingen beschäftigt zu sein, denen du deine Aufmerksamkeit mit dem Kopf widmest. Die Wahrnehmung körperlicher Empfindungen bleibt zumeist auf der Strecke. Gerade im beruflichen Umfeld sind die meisten Menschen darauf trainiert, vernünftig und sachlich zu entscheiden im Sinne von Gehirn ein- und Gefühl auszuschalten.

Die modernen Neurowissenschaften haben maßgeblich dazu beigetragen, dass die Bedeutung der Gefühle und Emotionen für stimmige Entscheidungen und Handlungen anerkannt wird. Es geht vielmehr um gelingende Gefühlsregulation, damit Verstand und Gefühl ausgewogen zusammenarbeiten zur Erzielung gesunder Ergebnisse. Damit meine ich, angestrebte Ziele zu erreichen, ohne die Gesundheit zu vernachlässigen. Das ist aber bei einseitiger Aufbringung von Willensstärke und dauerhaftem „Gas geben“ für die Karriere nicht erfüllt.

Die Konsequenz ist, eine achtsame Haltung gegenüber seinem Körper einzunehmen und im Alltag stärker auf die Körpersignale zu achten und nicht erst, wenn der Zusammenbruch droht oder bereits erfolgt ist. Denn leider nehmen viele Menschen ihren Körper erst wahr, wenn körperliche Reaktionen wie schmerzhafte Verspannungen, Unwohlsein oder gar Herzrasen auftreten. 

Der Hauptgedanke: Durch bewusste Zuwendung zu unseren Körpersignalen schaffen wir die Voraussetzung, Anzeichen von Stressbelastungen wie z.B. leichte Verspannungen im Nacken oder Rücken, Kopfdrücken, Unruhe und Gereiztheit früher wahrzunehmen. Dann können wir auch früher Maßnahmen ergreifen, die Gutes für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit bewirken. Das ist aktives Selbst-Gesundheitsmanagement, weil wir uns selbst helfen, wieder in die Balance zu kommen.

Das Bild: Wir kümmern uns um unseren Körper und fördern unser Wohlbefinden, indem wir das Ressourcen-Bonbon nehmen und auf der Zunge zergehen lassen. Es erfrischt und macht wacher. Das Bonbon steht für unmittelbare und einfache Handlungen, die angenehme Körperempfindungen aktiv herbeiführen.

 

Übung: Das Ressourcen-Bonbon

Quelle: Miriam Deubner-Böhme, Uta Deppe-Schmitz, Coaching mit Ressourcenaktivierung

Die folgende Achtsamkeits-Übung ist angelehnt an den Bodyscan, eine bekannte Entspannungsübung. Sie hilft dir dabei, bewusst auf deine körperlichen Empfindungen zu achten, ohne zu bewerten oder vermeintlich unerwünschte Symptome verdrängen bzw. „wegmachen“ zu wollen. Nimm einfach nur wahr, was ist und öffne dich für Impulse, was du jetzt gerade brauchst.

1. Wenn in deiner jetzigen Situation möglich, schließe die Augen und spüre in deinen Körper hinein. Welche körperlichen Empfindungen nimmst du wahr?

Konzentriere dich darauf, was du wo in diesem Moment spürst (z.B. Druck, Verspannung, Kribbeln etc.):

  • Fußsohlen
  • an Kontaktflächen, z.B. Kleidung, Sitzfläche
  • Beine, Gesäß
  • unterer Rücken, weiter hinauf bis zum oberen Rücken
  • Hände, Arme, Schultern 
  • Hals, Gesicht und hinauf bis zu deinem Scheitel.

2. Öffne dich für aufkommende Impulse. Was genau kannst du jetzt, in diesem Moment, für dich und deinen Körper Gutes tun?

Zum Beispiel: Tief durchatmen, einfache Bewegungsübungen zur Mobilisation und Dehnung, Veränderung der Sitzposition und Körperhaltung, ein Glas Wasser trinken, kurz mal die Schuhe ausziehen …

3. Welche Erkenntnisse hast du gewonnen?

Zum Beispiel: Kleine Veränderungen und einfache Handlungen bewirken viel, nur mal kurz innehalten tut schon richtig gut.

Tipp: Führe diese Ressourcen-Übung möglichst oft durch, wo immer du auch gerade bist, zu Hause, im Büro, in der Warteschlange, im Wartezimmer und anderen Gelegenheiten.

Ergänzende Übungen: Eine Handvoll Ressourcen, Der achtsame Blick durch die Ressourcen-BrilleDie Hausapotheke der Herzensgefühle.

Ich wünsche dir in deinem Alltag viel Freude mit dieser Übung. Schreibe deine Erfahrungen gerne in das Kommentarfeld. Ich freue mich auf dein Feedback.


Sven Lehmkuhl

Coach für gesunde und agile Selbstführung, Am Fesenfeld 2, 28816 Stuhr

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